Dein Augenkrankheiten-Lexikon
Die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Auge, praktisch an einem Ort gesammelt.
Ganz ohne Fachsprache kommt auch eine Informationsplattform nicht aus. Und vielleicht bist du beim Lesen der Broschüre über das eine oder andere „Fremdwort“ gestolpert. Deshalb findest du hier – in alphabetischer Reihenfolge – wichtige medizinische Fachbegriffe noch einmal verständlich erklärt.
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A
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AMD (Altersabhängige Makuladegeneration)
AMD ist die Abkürzung für altersabhängige Makuladegeneration – eine chronische Erkrankung der Netzhaut, bei der die Makula (der Punkt des schärfsten Sehens) im Laufe der Zeit geschädigt wird. AMD tritt vor allem im höheren Alter auf und kann das zentrale Sehvermögen erheblich beeinträchtigen, führt aber in der Regel nicht zur vollständigen Erblindung.
Man unterscheidet zwei Formen:
- die trockene AMD (langsam fortschreitend)
- und die feuchte AMD (raschere Verschlechterung, aber heute wirksam behandelbar).
Amsler-Gitter-Test
Der Amsler-Gitter-Test ist ein einfacher Selbsttest, mit dem Veränderungen des zentralen Sehens zu Hause überprüft werden können. Auf einem schwarzen Gittermuster mit einem zentralen Punkt fixierst du pro Auge den Mittelpunkt. Erscheinen die Linien wellig, verzerrt, dunkel oder bemerkst du graue Stellen, kann das auf eine Erkrankung der Makula hinweisen.
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Arterien
Arterien sind die Blutgefässe, die sauerstoff- und nährstoffreiches Blut vom Herzen weg in den Körper transportieren. Im Auge versorgen kleine Arterien die Netzhaut mit allem, was die empfindlichen Sinneszellen für ihre Arbeit benötigen. Wird die Versorgung gestört, kann es zu Schäden an der Netzhaut kommen.
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Diabetes mellitus
Diabetes mellitus (umgangssprachlich auch «Zuckerkrankheit»), ist eine Stoffwechselerkrankung mit dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten. Ursache ist entweder ein Mangel an Insulin (Typ-1-Diabetes) oder eine verminderte Wirkung des körpereigenen Insulins (Typ-2-Diabetes).
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die feinen Blutgefässe in vielen Organen schädigen – auch in der Netzhaut des Auges. Daraus können Folgeerkrankungen wie die diabetische Retinopathie oder das diabetische Makulaödem (DME) entstehen.
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Diabetische Retinopathie
Die diabetische Retinopathie ist eine durch Diabetes verursachte Erkrankung der Netzhaut. Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Blutgefässe der Retina. Sie werden brüchig, können Flüssigkeit oder Blut austreten lassen oder sich ganz verschliessen.
Die Diabetische Retinopathie zählt zu den häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes und ist die Hauptursache des diabetischen Makulaödems (DME).
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Diagnose
Eine Diagnose wird auf Basis des Gesprächs mit der Patientin oder dem Patienten, körperlichen Untersuchungen sowie bildgebenden oder labormedizinischen Verfahren gestellt. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um den Verlauf einer Erkrankung positiv zu beeinflussen.
DME (Diabetisches Makulaödem)
DME ist die Abkürzung für diabetisches Makulaödem und eine Komplikation der Grunderkrankung Diabetische Retinopathie, welche eine Folgeerkrankung von Diabetes ist, bei der durch den erhöhten Blutzucker die retinalen Gefässe geschädigt werden. Beim DME sammelt sich Flüssigkeit unter der Makula (dem Punkt des schärfsten Sehens) an, daher spricht man hier auch von einem "Makulaödem". Auslöser sind geschädigte Blutgefässe in der Netzhaut, aus denen Flüssigkeit austritt. Das Gewebe schwillt an, das zentrale Sehen verschlechtert sich.
Ein DME entwickelt sich oft schleichend und unbemerkt.
Drusen
Drusen sind kleine, gelbliche Ablagerungen, die sich unter der Netzhaut bilden können. Sie entstehen aus Abfallprodukten des Zellstoffwechsels, die mit zunehmendem Alter nicht mehr vollständig abgebaut werden.
Vereinzelte kleine Drusen gelten als normale Alterserscheinung, eine Häufung oder Vergrösserung kann jedoch ein erstes Anzeichen einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) sein. Drusen werden bei der augenärztlichen Untersuchung des Augenhintergrunds sichtbar.
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Fluoreszenz-Angiographie
Die Fluoreszenz-Angiographie ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem die Blutgefässe der Netzhaut sichtbar gemacht werden. Dazu wird ein spezieller Farbstoff (Fluorescein) in eine Vene am Arm gespritzt, der über den Blutkreislauf bis ins Auge gelangt. Eine spezielle Kamera erfasst dort die fluoreszierenden Gefässe. Die Untersuchung hilft, krankhaft neugebildete oder undichte Blutgefässe zu erkennen und ist besonders wichtig bei Verdacht auf eine feuchte AMD oder ein diabetisches Makulaödem.
G
I
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Glaskörper
Der Glaskörper füllt das Innere des Augapfels zwischen Linse und Netzhaut aus. Er besteht aus einer transparenten, gelee-artigen Substanz. Mit einem Volumen von rund vier Millilitern füllt er etwa vier Fünftel des Augapfels aus und gibt dem Auge so seine Form.
Intravitreale Injektion
Die intravitreale Injektion ist eine Behandlungsform, bei der ein Medikament mit einer feinen Nadel direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt wird.
Diese Injektionen kommen besonders bei Erkrankungen der Netzhaut zum Einsatz. In der Fachsprache wird die Behandlung auch IVI, IVT oder IVOM genannt, kurz für intravitreale operative Medikamenteneingabe.
Kohärenztomografie (OCT)
Die optische Kohärenztomografie (kurz OCT) ist eine moderne, schmerzfreie Untersuchungsmethode, die hochauflösende Querschnittsbilder der Netzhaut liefert. Mithilfe von Lichtwellen werden die einzelnen Netzhautschichten dargestellt, ohne dass das Auge berührt wird. Das OCT zeigt selbst kleinste Veränderungen oder Schwellungen der Makula und ist heute eines der wichtigsten Verfahren bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Netzhauterkrankungen wie AMD oder DME. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
M
N
O
Makula
Die Makula (auch «gelber Fleck» genannt) ist ein nur wenige Millimeter grosser Bereich im Zentrum der Netzhaut, der für das scharfe Sehen verantwortlich ist. In ihr liegt die höchste Dichte an Sehzellen.
Die Makula ermöglicht uns das Lesen, das Erkennen von Gesichtern und das Wahrnehmen feiner Details. Erkrankungen wie die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) oder das diabetische Makulaödem (DME) schädigen diesen empfindlichen Bereich und beeinträchtigen das zentrale Sehvermögen.
Neovaskulär
Neovaskulär bedeutet wörtlich «neue Gefässe betreffend» aus dem Lateinischen: neo (neu) und vasculum (Gefäss). In der Augenheilkunde beschreibt der Begriff die krankhafte Neubildung von Blutgefässen, etwa unter der Netzhaut bei der neovaskulären AMD (nAMD oder auch feuchte AMD). Diese neu gebildeten Gefässe sind oft instabil und können Flüssigkeit oder Blut ins umliegende Gewebe austreten lassen, was das Sehvermögen beeinträchtigen kann.
Ophthalmologie
Die Ophthalmologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Funktion, den Erkrankungen und der medizinischen Behandlung des Auges befasst. Im Deutschen ist Ophthalmologie als Augenheilkunde bekannt.
Ophthalmologinnen und Ophthalmologen diagnostizieren und behandeln Erkrankungen wie AMD, diabetisches Makulaödem, Glaukom oder den retinalen Venenverschluss.
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Ophthalmoskopie
Die Ophthalmoskopie, auch Augenhintergrundspiegelung oder Funduskopie genannt, ist eine grundlegende Untersuchungsmethode in der Augenheilkunde. Dabei betrachtet die Augenärztin oder der Augenarzt mithilfe einer speziellen Lichtquelle und Linsen den Augenhintergrund. So lassen sich Netzhaut, Sehnerv und Blutgefässe gut darstellen und Veränderungen wie Drusen, Blutungen oder Schwellungen können frühzeitig erkannt werden. Für eine gute Sicht werden die Pupillen meist mit Augentropfen erweitert.
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P
R
S
Peripheres Sehen
Das periphere Sehen beschreibt die Wahrnehmung im Randbereich unseres Gesichtsfelds. Es umfasst also alles, was wir um den fokussierten Punkt herum sehen, ohne den Blick direkt darauf zu richten. Während die Makula im Zentrum für scharfes Sehen verantwortlich ist, ermöglicht das periphere Sehen die Orientierung im Raum, das Erkennen von Bewegungen und das Wahrnehmen von Hell-Dunkel-Kontrasten.
Bei Erkrankungen wie der AMD bleibt das periphere Sehen meist erhalten, auch wenn das zentrale Sehen beeinträchtigt ist.
Photorezeptoren
Photorezeptoren sind spezialisierte Sinneszellen in der Netzhaut (oder auch Sehzellen genannt), die Licht in elektrische Signale umwandeln. Diese Signale werden über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet und dort zu einem Bild verarbeitet.
Es gibt zwei Arten von Photorezeptoren:
- Zapfen, die das Farbsehen ermöglichen und vor allem in der Makula vorkommen,
- sowie Stäbchen, die für das Sehen bei schwachem Licht (Dämmerung, Nacht) zuständig sind.
Erkrankungen der Netzhaut können die Funktion der Photorezeptoren beeinträchtigen.
Retina
Retina ist der medizinische Fachbegriff für die Netzhaut - eine hauchdünne, lichtempfindliche Gewebeschicht im Inneren des Auges. Sie kleidet den Augapfel von hinten aus und enthält Millionen von Sinneszellen, die einfallendes Licht in elektrische Signale umwandeln. Über den Sehnerv werden diese Signale an das Gehirn weitergeleitet, wo sie zu einem Bild zusammengesetzt werden. Im Zentrum der Retina liegt die Makula, der Punkt des schärfsten Sehens.
RVO (Retinaler Venenverschluss)
RVO ist die Abkürzung für einen retinalen Venenverschluss (engl. retinal vein occlusion). Bei dieser akuten Erkrankung ist eine Vene der Netzhaut meist durch ein Blutgerinnsel blockiert. Das Blut staut sich, Flüssigkeit tritt ins umliegende Gewebe aus und kann sich in der Makula sammeln. Als Folge von RVO kann ein behandlungsbedürftiges Makulaödem entstehen.
Fachpersonen unterscheiden den Zentralvenenverschluss (CRVO) und den Venenastverschluss (BRVO).
Spaltlampe
Die Spaltlampe ist eines der wichtigsten Untersuchungsgeräte in der Augenheilkunde. Sie besteht aus einer Lichtquelle, die einen schmalen, spaltförmigen Lichtstrahl erzeugt, und einem Mikroskop, das verschiedene Augenabschnitte stark vergrössert darstellt. Mit der Spaltlampe lassen sich die vorderen Augenabschnitte wie Hornhaut, Iris und Linse, aber auch tiefer liegende Strukturen wie Glaskörper, Netzhaut und Makula detailliert untersuchen.
Die Untersuchung ist schmerzfrei und gehört zur Standardausstattung jeder augenärztlichen Praxis.
Stäbchen
Stäbchen sind spezialisierte Sinneszellen (Photorezeptoren) in der Netzhaut, die das Sehen bei schwachem Licht ermöglichen. Sie reagieren empfindlich auf geringe Lichtintensitäten, sind jedoch nicht farbempfindlich.
Sie ermöglichen das Schwarz-Weiss-Sehen in Dämmerung und Nacht. Im menschlichen Auge gibt es deutlich mehr Stäbchen als farbempfindliche Zapfen und sie sind vor allem in der Peripherie der Netzhaut konzentriert. Damit sind sie für das periphere Sehen und das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen (Dämmerung, Nacht) verantwortlich.
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V
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Venen
Venen sind die Blutgefässe, die (anders als die Arterien) das Blut zurück zum Herzen transportieren. Im Auge führen kleine Venen das Blut von der Netzhaut ab. Wird eine dieser Venen blockiert – etwa durch ein Blutgerinnsel – kann das Blut nicht mehr abfliessen. Es staut sich, der Druck steigt, und Flüssigkeit tritt in das umliegende Netzhautgewebe aus. Dieser Mechanismus liegt dem retinalen Venenverschluss (RVO) zugrunde.
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Visus
Visus ist der medizinische Fachbegriff für die Sehschärfe, also die Fähigkeit des Auges, feine Details und Konturen klar zu erkennen. Bei einer augenärztlichen Untersuchung wird der Visus mit standardisierten Sehtafeln gemessen, die Buchstaben, Zahlen oder ringförmige Symbole (Landolt-Ringe) in unterschiedlichen Grössen zeigen.
Ein Visus von 1,0 entspricht 100 Prozent Sehschärfe. Der Visus ist ein wichtiger Wert, um Sehveränderungen zu erkennen und den Verlauf einer Augenerkrankung zu beurteilen.
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Zapfen
Zapfen sind spezialisierte Sinneszellen (siehe Photorezeptoren) in der Netzhaut, die das Farbsehen und das scharfe Sehen ermöglichen. Anders als Stäbchen benötigen sie mehr Licht, dafür liefern sie ein detailliertes, farbiges Bild.
Die höchste Dichte an Zapfen findet sich in der Makula – jenem winzigen Bereich der Netzhaut, der für das zentrale, scharfe Sehen verantwortlich ist. Dank der Zapfen können wir lesen, Gesichter erkennen und feine Details unterscheiden.
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