Therapieoptionen bei Netzhauterkrankungen
Die Diagnose einer Augenerkrankung und die damit verbundene Behandlung am Auge wirft oft viele Fragen auf: Wie läuft die Therapie ab? Welche Möglichkeiten habe ich? Hier bekommst du einen verständlichen Überblick über moderne Behandlungsformen bei Netzhauterkrankungen.
Veröffentlicht am, 28. September 2026
Diagnose Netzhauterkrankung, was nun?
Wer von einer Netzhauterkrankung wie der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD), einem diabetischen Makulaödem (DME) oder einem retinalen Venenverschluss (RVO) erfährt, ist im ersten Moment oft verunsichert.
Doch die Augenheilkunde hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht: Heute stehen wirksame Therapien zur Verfügung, die das Fortschreiten dieser Erkrankungen aufhalten, das Sehvermögen erhalten, und in vielen Fällen sogar wieder verbessern können.
Therapieoptionen bei Netzhauterkrankungen
So unterschiedlich feuchte AMD, DME und RVO in ihren Ursachen sein mögen, die zur Verfügung stehenden Therapien lassen sich in wenige Hauptgruppen einteilen.
Folgende Therapieformen können für dich in Fragekommen:
1. Die Spritzen-Therapie (intravitreale Injektion)
Die Spritzen-Therapie ist heute die wichtigste Behandlung bei vielen Erkrankungen der Netzhaut. Dabei wird ein Medikament mit einer feinen Nadeldirekt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Fachpersonen sprechen von einer intravitrealen Injektion (IVI).
Die häufigsten Wirkstoffe sind VEGF-Hemmer: VEGF steht für Vascular Endothelial Growth Factor.
Die Medikamente blockieren die Wirkung des VEGFs, dass das Wachstum neuer instabiler Blutgefässe anregt und so zu Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut beträgt. Ohne VEGF gehen die Flüssigkeitsansammlungen zurück und das Sehvermögen kann sich wieder verbessern.
Die Spritzen-Therapie wird unter sterilen Bedingungen in einem Operationsraum durchgeführt und ist in der Regel ambulant möglich. Da die Wirkung der Medikamente zeitlich begrenzt ist, müssen die Injektionen regelmässig wiederholt werden.
2. Die Behandlung mit Kortison-Präparaten
Bei bestimmten Netzhauterkrankungen können auch Kortison-Präparate eingesetzt werden. Sie tragen ebenfalls dazu bei, eine Schwellung der Netzhaut (Ödem) zu reduzieren.
Die Wirkstoffe werden, wie auch die VEGF-Hemmer, direkt in den Glaskörper des Auges injiziert.
3. Die Lasertherapie (Laserkoagulation)
Bei der Lasertherapie werden gebündelte Laserstrahlen gezielt auf bestimmte Netzhautbereiche gerichtet. Die entstehende Hitze kann krankhaft veränderte Netzhautareale „ausschalten“ oder schadhafte Blutgefässe verschliessen.
So lässt sich verhindern, dass sich neue, instabile Blutgefässe weiter ausbreiten. Komplikationen und Folgeerkrankungen wird vorgebeugt.
4. Kombinationstherapien
In manchen Fällen ist es sinnvoll, mehrere Behandlungsformen miteinander zu verbinden. Häufig kombiniert sind zum Beispiel die Spritzen-Therapie mit einer ergänzenden Lasertherapie.
Welche Kombination passt, hängt vom individuellen Befund und vom Krankheitsverlauf ab.
Wie verläuft die Therapie?
Die meisten Behandlungen von Netzhauterkrankungen sind Langzeittherapien. Das bedeutet: Sie werden nicht einmalig durchgeführt, sondern über einen längeren Zeitraum fortgeführt. Im Verlauf werden die Behandlungsintervalle individuell an deinen Befund angepasst. Ziel ist es, möglichst gute Ergebnisse bei möglichst wenigen Terminen zu erzielen.
Zentral für den Therapieerfolg ist die regelmässige Verlaufskontrolle: Mithilfe moderner Bildgebungsverfahren wie der optischen Kohärenztomografie (OCT) lässt sich die Wirkung der Therapie genau beobachten und bei Bedarf anpassen.
Wie kannst du deine Therapieerfolge aktiv unterstützen?

Bleib’ aktiv.
Was deinem Körper guttut, kommt auch deinen Augen zugute. Bewege dich regelmässig, ernähre dich ausgewogen und verzichte aufs Rauchen.
Gerade im Bereich der Augengesundheit ist eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerten essenziell wichtig und markiert besonders beim DME und RVO, einen der wichtigsten Faktoren für den langfristigen Therapieerfolg.
Informationen und Tipps zum Rauchstopp und Sport bieten die Webseite der EnableMe.

Bleib’ aufmerksam.
Beobachte zwischen den Terminen dein Sehvermögen selbst. Veränderungen wie verschwommenes Sehen, verbogene Linien oder dunkle Flecken solltest du frühzeitig in deiner augenärztlichen Praxis melden.

Bleib’ dran.
Jede Spritze und jede Kontrolle ist Teil eines individuell abgestimmten Plans. Da die Wirkung der Medikamente zeitlich begrenzt ist, kommt es auf die konsequente Einhaltung deiner Termine an, auch dann, wenn du gerade keine Veränderung deines Sehvermögens bemerkst.
Die Therapieoptionen kompakt im Überblick:
Die Spritzen-Therapie (IVOM) ist heute die wichtigste Behandlung beifeuchter AMD, DME und RVO.
Kortison-Präparate werden vor allem bei RVO und DME eingesetzt.
Die Lasertherapie kommt bei DME und RVO zum Einsatz.
Oftmals wird auch eine Kombination verschiedener Therapieformen empfohlen.
Die Chancen auf eine langfristige Erhaltung der Sehkraft stehen heute besser denn je. Mit moderner Diagnostik, Therapien und regelmässigen Kontrollen und Ihrem eigenen aktiven Beitrag ist ein positiver Blick in die Zukunft möglich.
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