Alles über das Diabetische Makulaödem (DME)

Das diabetische Makulaödem (kurz DME) ist eine Erkrankung, die das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen kann. Es tritt als Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus auf.

Veröffentlicht am, 28. September 2026

Wie entsteht das DME?

Die Erkrankung entsteht, wenn dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die feinen Blutgefässe der Netzhaut schädigen. Flüssigkeit tritt aus den geschädigten Blutgefässen aus und sammelt sich unter der Makula an. Der Bereich schwillt an und ein Ödem entsteht.

Das DME kann das zentrale Sehvermögen (alles was sich in der Mitte unseres Sichtfeldes befindet) erheblich beeinträchtigen und unbehandelt sogar bis zur Erblindung führen. Die gute Nachricht: Mit einer frühen Diagnose und konsequenten Behandlung lässt sich die Erkrankung wirksam in Schach halten.

Wie macht sich ein diabetisches Makulaödem bemerkbar?

Ein diabetisches Makulaödem entwickelt sich allmählich und schmerzlos. Viele Betroffene bemerken in den Frühstadien weder Symptome noch gravierende Sehstörungen.

Aus diesem Grund sollten Menschen mit Diabetes ihre Augen regelmässig untersuchen lassen – selbst dann, wenn das Sehen noch völlig in Ordnung zu sein scheint. Eine frühe Diagnose ist der wichtigste Schritt, um einer Verschlechterung vorzubeugen, und kann einen echten Unterschied machen.

Schreitet das DME fort, können sich die Symptome wie folgt zeigen:

  • Unscharfes, verschwommenes Sehen.

  • Störungen der Farbwahrnehmung: Farben wirken blasser.

  • Verzerrte Bildwahrnehmung: Gerade Linien (Türrahmen, Gartenzaun, etc.) erscheinen verbogen.

  • Dunkle oder leere Flecken oder Punkte im Gesichtsfeld.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Schäden an der Netzhaut zählen zu den häufigsten Komplikationen einer Diabeteserkrankung. Etwa ein Drittel aller Menschen mit Diabetes entwickelt im Laufe der Zeit eine sogenannte diabetische Retinopathie, eine krankhafte Veränderung an der Netzhaut.

Weltweit ist rund jede vierzehnte Person mit Diabetes (knapp 7%) von einem DME betroffen. Bei Typ-1-Diabetes tritt die Erkrankung etwas häufiger auf als bei Typ-2. DME zählt zu den häufigsten Ursachen für schwere Sehminderung und Erblindung im Erwerbsalter. In etwa 60% der Fälle sind beide Augen betroffen.

Mehrere Faktoren erhöhen das Risiko, ein DME zu entwickeln:

  • Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte

  • Die Dauer der Diabeteserkrankung

  • Bluthochdruck

Auch eine Fettstoffwechselstörung sowie eine diabetische Nierenschädigung können das Risiko zusätzlich erhöhen.

Wann zur Augenärztin oder zum Augenarzt?

Fachpersonen empfehlen folgendes Vorgehen:

  • Menschen mit Typ-2-Diabetes sollten sich sofort nach der Diagnosestellung vom Augenarzt untersuchen lassen.

  • Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten ab dem 11. Lebensjahr regelmässig augenärztliche Kontrollen wahrnehmen.

Weltweit ist rund jede vierzehnte Person mit Diabetes von einem DME betroffen.

Wie erfolgt die Diagnose von DME? 

Ein diabetisches Makulaödem entwickelt sich häufig still und schleichend. Ärztliches Fachpersonal kann erste Anzeichen erkennen, bevor Symptome auftreten. Deshalb sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen so wichtig.

Doch wie erfolgt die Diagnose bei einem diabetischen Makulaödem?

Das Gespräch zu Beginn

Wie bei beinahe allen Untersuchungen steht am Anfang ein ausführliches Gespräch: Die Augenärztin oder der Augenarzt erkundigt sich nach deinen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten sowie nach möglichen Augenerkrankungen in deiner Familie. Auch der Verlauf deiner Diabeteserkrankung (wie etwa deine aktuellen Blutzucker- und Blutdruckwerte) ist hier relevant.

Klassische Sehtests

Anschliessend werden Sehschärfe, Farbsinn und Gesichtsfeld geprüft. Mithilfe einer Spaltlampe lassen sich die vorderen Augenabschnitte sowie die Makula und der Sehnerv genauer beurteilen.

Untersuchung des Augenhintergrunds

Damit der Augenhintergrund gut sichtbar wird, erweitert die Augenärztin oder der Augenarzt zunächst die Pupillen mit speziellen Augentropfen. Anschliessend werden Netzhaut, Makula und Glaskörper mithilfe einer Lupe genau betrachtet (Ophthalmoskopie). Auch der Augeninnendruck wird häufig gemessen.

Hinweis: Durch die Pupillenerweiterung kann das Sehen einige Stunden nach der Untersuchung verschwommen sein. Verzichte deshalb für mehrere Stunden auf das Autofahren.

Bildgebende Verfahren

Werden Veränderungen an der Netzhaut festgestellt, kommen zur genaueren Diagnose weitere moderne, bildgebende Verfahren zum Einsatz:

  • Die optische Kohärenztomografie (OCT) ist heute die wichtigste Untersuchung bei DME. Mithilfe eines schwachen Laserlichts werden die einzelnen Netzhautschichten in hochauflösenden Schnittbildern sichtbar gemacht. So lassen sich selbst kleinste Flüssigkeitsansammlungen in der Makula erkennen. Die OCT ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

  • Bei der Fluoreszenz-Angiographie wird ein spezieller Farbstoff in eine Vene am Arm gespritzt. Dieser fliesst auch in die Blutgefässe der Netzhaut und macht sie sichtbar. So lassen sich krankhaft veränderte oder undichte Gefässe genau erkennen und beurteilen.

Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind entscheidend – sie ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und Behandlung.

Sorge vor! Was du aktiv zu deiner Augengesundheit beitragen kannst:

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker ist der häufigste Auslöser eines DME. Zwei Massnahmen helfen besonders, das Risiko zu senken:

  • Risikofaktoren im Blick behalten: Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerte regelmässig kontrollieren und mit Medikamenten, Bewegung und Ernährung gut einstellen.

  • Augen regelmässig kontrollieren lassen: Auch ohne Beschwerden. Veränderungen am Auge sind oft schon vor einer Sehverschlechterung erkennbar. Je früher ein DME entdeckt wird, desto besser sind die Erfolgschancen.

Keine Angst: Du bist deiner Diagnose nicht ausgeliefert! 

Wenn die Augenärztin oder der Augenarzt dich zum ersten Mal mit der Diagnose eines diabetisches Makulaödems konfrontiert, ist das oft ein Moment, der Angst macht und viele Fragen aufwirft: Wie geht es weiter? Werde ich erblinden? Welche Einschränkungen kommen auf mich zu?

Die gute Nachricht: Diese haben heute eine deutlich beruhigendere Antwort als noch vor wenigen Jahren. Ein DME bedeutet nicht, dass du deine Sehkraft zwangsläufig verlierst. Wird die Erkrankung früh erkannt und konsequent behandelt, lässt sich das Fortschreiten in vielen Fällen aufhalten. Moderne Therapien können die Sehkraft erhalten und in einigen Fällen sogar wieder verbessern.

Ein DME ist eine Erkrankung, mit der du gut leben kannst und mit der heute viele Menschen ihren Alltag selbstbestimmt gestalten.