Verlaufsformen der MS

Zwei Begriffe, die im Zusammenhang mit MS immer wieder fallen, lauten Progression und Progredienz. Damit ist das Fortschreiten oder die Verschlechterung einer Krankheit gemeint. Eine rasche Verschlechterung wird im Volksmund auch als "Schub" bezeichnet.

Veröffentlicht am, 17. marzo 2026

In der Schweiz manifestiert sich die Multiple Sklerose (MS) am häufigsten im jungen Erwachsenenalter, typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Das ist der Zeitpunkt, an welchem die ersten Symptome bemerkbar sind. Meistens vergeht noch etwas Zeit bis die Symptome aktiv wahrgenommen werden und es zu einer Diagnosestellung kommt. 

Die MS zeigt sich bei jeder Person unterschiedlich, teils leise mit nur leichten Symptomen, teils laut durch einen aktiven Schub, oder auch mit einer Augenreaktion. Die MS wird daher auch in drei verschiedene Verlaufsformen eingeteilt:

  • Schubförmig remittierende MS (englisch Relapsing Remitting MS = RRMS)

  • Sekundär progrediente MS (SPMS)

  • Primär progrediente MS (PPMS).

Bei den meisten MS-Betroffenen verläuft die Krankheit zu Beginn in Schüben. Von dieser Verlaufsform sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Bei der RRMS bilden sich die Symptome nach einem Schub entweder vollständig oder teilweise zurück.

Später geht die MS oft in ein zunehmend kontinuierliches Fortschreiten über (SPMS). Solange in der Übergangsphase zwischen RRMS und SPMS weiter Schübe auftreten, spricht man von einer SPMS mit aufgesetzten Schüben (englisch relapsing SPMS = rSPMS).

Die primär progrediente MS (PPMS) verläuft dagegen vom Beginn der Erkrankung an kontinuierlich schleichend. Krankheitsschübe kommen nur selten vor. Von dieser Verlaufsform sind Frauen und Männer gleich häufig betroffen.

Bei den meisten MS-Betroffenen verläuft die Krankheit zu Beginn in Schüben. Von dieser Verlaufsform sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Sichtbare und/oder unsichtbare Krankheitsaktivität

Die MS ist unterschiedlich wie die Menschen selbst: In manchen Fällen ist sie "laut" mit vielen Symptomen, in anderen Fällen ist sie "leise" und schreitet unbemerkt fort. Daher lohnt es sich, wachsam auf den eigenen Körper zu achten und die verordnete Therapie nach Absprache mit dem Behandlungsteam weiterhin fortzusetzen. Denn auch wenn man keine Schübe hat, kann die Krankheit langsam voranschreiten.

Diese subklinische Krankheitsaktivität lässt sich zum Beispiel in der Magnetresonanztomografie (MRT) nachweisen. Je nach individueller Krankheitsaktivität wird halbjährlich bis jährlich kontrolliert, ob die Medikamente optimal wirken und ob seit dem letzten MRT Veränderungen an den Entzündungsherden aufgetreten sind.

Wichtiger Tipp

Am besten besprichst du mit deinem Behandlungsteam, wie und in welchen Abständen ihr deinen Krankheitsverlauf regelmässig überprüfen könnt. Auch hier spielt das Symptom- Tagebuch eine wichtige Rolle.

Informiere dein Behandlungsteam über jede neue Symptomatik!

1000 Gesichter – verschiedene Verlaufsformen

1. Schubförmige remittierende MS (RRMS) – von Schub zu Schub

Bei den meisten MS-Betroffenen verläuft die Krankheit zu Beginn in Schüben. Von dieser Verlaufsform sind Frauen häufiger betroffen als Männer. In der Regel erhalten Betroffene die Diagnose zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Bei der RRMS bilden sich die Symptome nach einem Schub entweder vollständig oder teilweise zurück. Später geht die MS oft in ein zunehmend kontinuierliches Fortschreiten über. Man nennt diese Verlaufsform dann SPMS. Solange in der Übergangsphase zwischen RRMS und SPMS weiter Schübe autreten, spricht man von einer SPMS mit aufgesetzten Schüben (im Englischen relapsing SPMS=rSPMS). Beide Formen-RRMS und rSPMS-fallen unter den Begriff RMS (im Englischen Relapsing Multiple Sclerosis).

2. Sekundär Progrediente MS (SPMS) – ein zweites Stadium

Wie bereits erwähnt, ist diese Verlaufsform oft das zweite Krankheitsstadium, da sie sich bei rund der Hälfte der Patienten aus der schubförmigen MS entwickelt und nur selten in der Frühphase auftritt. Kennzeichen der SPMS ist ein kontinuierlicher Verlauf ohne Schübe, mit stetiger Zunahme von Einschränkungen der Patient:innen.

3. Primär Progrediente MS (PPMS) – kontinuierliches Fortschreiten

Diese Form der MS tritt oft erst nach dem 40. Lebensjahr auf und ist die seltenste Verlaufsform. Der Krankheitsverlauf ist von Beginn an kontinuierlich schleichend. Schübe treten nur sehr selten auf, dennoch schreitet die Erkrankung anhaltend fort. Einmal entstandene Schäden können nicht mehr repariert werden und es kommt rascher zu physischen Einschränkungen.

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